Der Tanzsaal
Ein anderes Wort für Tanzsaal ist der Ballsaal. Damals wurden in diesen vornehme Bälle abgehalten. Der Ballsaal war ein Bestandteil von Schlössern und eine aristokratische Einrichtung im 17./18. Jahrhundert. Zahlreiche Ballsäle für Bürger wurden im 19. Jahrhundert erbaut. Durch Eintrittsgelder wurden diese dann finanziert. Sehr viele Ballsäle waren an Gaststätten gekoppelt. Überwiegend wurden auf Bällen Walzer und Paartänze getanzt.Da die Tanzfläche der Säle ziemlich groß war, ermöglichte dies Kontratänze. Kontratänze waren tänzerische Gesellschaftsspiele zwischen mehreren Paaren. Eines davon war die Quadrille, ein französischer Kontratanz, welcher in Paris zu Napoleons Zeiten entstand. Es gab Zuschauerplätze sowie auch Logen um die Tanzfläche herum.
Auch eine geeignete Akustik durfte nicht fehlen, da die Tanzmusik immer live gespielt wurde. Die Schuhe der Tänzer waren elegant, deswegen benötigte der Saal einen stabilen Parkett. Tanzkapellen wurden speziell für die Bälle angeheuert, meistens war dies ein professionelles Streichorchester.
Je nach Jahreszeit wurden einige Säle auch gerne als Schwimmhallen verwendet. Ein Beispiel sind die Wiener Sofiensäle. Doch irgendwann verschwand die gesellschaftliche Bedeutung von den Sälen (Ende des Ersten Weltkriegs) und sie wurden umgenutzt oder aber auch abgerissen. Es gibt aber noch wenige Ballsäle, die heute als Nachtclubs oder Diskotheken in Gebrauch sind, wie die Webster Hall in New York City.
Passagierdampfer und zahlreiche Hotels, welche um 1900 erbaut worden sind, besaßen Ballsäle. Die Wiener Kammeroper ist heute im Ballsaal des Hotel Post in Wien eingerichtet, ein Kino befindet sich im Ballsaal des Hotels National in Bern und im Bowery Ballroom in Manhattan spielen heute Konzerte.